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Fußball
und Erotik
«Bei mir ist Sex nur in der Halbzeitpause nicht
erlaubt!»
VON MATS LUCA
So unglaublich es klingen mag, aber offenbar haben die gutbezahlten
Fussballprofis ein intensiveres Sexleben als ihre Fans. Eine bemerkenswerte
Tatsache, wenn man darüber nachdenkt, welchen körperlichen
Belastungen die Helden des grünen Rasen zwischen Meisterschaft,
Champions League und Nationalteam ausgestellt sind. Zugegebenermassen,
angesichts der letzten Ausschreitungen im UEFA-Cupfinale zwischen Arsenal
und Galatasaray klingt dieses Thema sehr banal. Aber wenn diese Schlägertruppen
vermehrt an die Vorzüge der Damenwelt denken würde und weniger
an die Kämpfe auf den Zuschauertribünen oder der Umgebung,
dann wären die Atmosphären in den Fussballstadien dieser Welt
wesentlich angenehmer.
Wäre dem holländischen Team 1974 an der WM in Deutschland
das Kunststück gelungen den Weltmeistertitel zu holen, so hätte
ihre damaligen revolutionäre Idee mit dem gemeinsamen Mannschaftsquartier
zwischen Spieler und Frauen mit großer Wahrscheinlichkeit bis heute
Nachahmer gefunden. Doch "nur" mit dem erreichen des Vizemeistertitel
ging diese Idee unter und nichts blieb mehr als ein nettes niederländisches
Strohfeuer. Heutzutage erlaube jedoch immer mehr Trainer ihren Spieler
bei einer WM oder einem wichtigen Finale sich ausserhalb des Teamquartiers
mit den Ehefrauen und Freundinnen zu treffen. Ausser man ist ein leidgeprüfter
Japaner! Die hatten während der letzten WM 1998 in Frankreich striktes
Sexverbot. Dafür lagen im ganzen Quartier pornographische Magazine
umher. Detail am Rande: Bezahlt wurden die teuren Hochglanz Illustrierten
durch den nipponischen Verband. Etwas peinlicher gelaufen ist die WM
98 für den Belgier Eric Defandre. In einem Anfall von humoristischen
Hochmut behauptete er, eine Gummipuppe in seinem Koffer mitgenommen
zu haben. Dieser Scherz landete in allen belgischen Medien, inklusive
Rundfunk und Fernsehen. Nach der besorgten Mutter meldete sich auch
seine Freundin via Handy und verlangte genauerer Details über die
"künstliche" Konkurrentin.
Was aber tun die Singles unter den Profis? Mit dem entsprechenden Wohlwollen
der Trainer mischen sich die prominenten und nicht wenig begehrten Junggesellen
unter die Damenwelt. Unlängst erklärte der Ex-Bundestrainer
Berti Vogts: " Bei mir ist Sex nur in der Halbzeitpause nicht erlaubt!".
Recht so Berti, das macht dich wieder sympathisch. Denn die Sexsymbole
des neuen Jahrhundert werden täglich mit tonnenweise Post von heiratsfähigen
Mädels überfüllt, was aber die Auswahl der richtigen
Herzensdame fürs Leben nicht einfacher macht.
Bedürfnis nach Sex steigt
Rockstar Madonna gestand kürzlich in einem Interview, daß
wenn immer sie Ivan Zamorano, den chilenischen Stürmerstar in Diensten
von Inter Mailand sehe, ihr Bedürfnis nach Sex steigt. Die Dame
hat erfahrungsgemäß ein sehr offenes Verhältnis zur Männerwelt.
Und auch über das Liebesleben von David Beckham, Englands sportlichstes
Erotik-Aushängeschild, wissen wir schon alles. Außer, ob in
die Heirat mit seiner Spice Girl nicht eine Zeitlang den Platz im Nationalteam
gekostet hat. Fact bleibt, das die Kombination Show und Sport in erster
Linie aus knisternde Erotik besteht.
Nur die Fans scheinen diesem Trend von "Fußball und Erotik"
nicht folgen zu können. Oder auch nicht wollen? Denn für sie
ist es klar, daß wenn der Lieblingsverein um einen Titel, ein Cupfinale
spielt oder auch im Kampf gegen den Abstieg steht, die Damen mit ihren
ehelichen Ansprüchen warten müssen. Am bittersten von diesem
Entzug betroffen sind die britischen Ladys. Die Umfrage eines Institut
kurz vor Anpfiff zur WM 1998 präsentierte ein erschütterndes
Bild. Auf die Frage hin: "Würden sie lieber eine Nacht mit
Claudia Schiffer verbringen oder sich ein Spiel des Nationalteams ansehen?",
entgegnete zwei Drittel der befragten Männerwelt: " Was interessiert
mich die Schiffer!". Folglich verständlich ist daher, daß
zur selben Zeit die britischen Damen den Umsatz in den Erotik-Boutiques
schlagartig um 30% in die Höhe steigerten. Gekauft wurde die Dessous
und Höschen in den verschiedensten Fussballmuster, um im Trend
der Zeit zu bleiben. Jedes Mittel war den " Witwen des Fußballs"
(Originalzitat einer Betroffenen) recht, um den Mann während dieser
Zeit ins eheliche Schlafzimmer zu locken. Sicherlich keine große
Unterstützung für dieses Unternehmen war ihnen eines der Idole
ihrer Gatten. Teamspieler Paul Ince behauptet tatsächlich in einem
Radiointerview, daß ein gelungenes Tackle viel geiler sei als Sex.
Nun gut, bekanntlich läßt es sich über Geschmack streiten,
vor allem zwischen Mann und Frau.
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